Alexandra Gebhart Alexandra Gebhart Alexandra Gebhart

Stille Empfindungsträger

Meine Bilder verstehe ich als Pfade, die auf den Punkt führen und dabei Prozesse und Gedanken stehen lassen.Der Intuition zu folgen, ein ahnendes Gefühl, noch ohne Gestalt und mit dem Pinsel Gestalt werdend. Somit erlöst aus der Dunkelheit ins Licht des Daseins.

Zitat, Alexandra Gebhart 2005

Meine Bilder sind empfindsame Wahrnehmungen fast unsichtbarer, da so gewöhnlicher Details aus Alltag und Natur.Begegnungen sind Erinnerungsbilder in einem stummen Raum einer ganz persönlichen Bilderwelt.Wie in Vergessenheit geraten, stehen die Personen in einem auflösenden Prozess.Die entwickelten Abstraktionen werden zum Spiel von Dichte und Transparenz, Linie und Fläche, Malen und Verwerfen, Öffnung und Geschlossenheit. Meine Werke haben nicht die Aufgabe eines Abbildes, sondern sind Träger ihrer eigenen Wirklichkeit ohne Botschaft vermitteln zu wollen.Durch die intensiven Arbeitsvorgänge der lichten Malschichten entsteht Tiefe und Vergangenheit. Klare Linien halten den gegenwärtigen Zustand, bis der Blick wieder in das Geheimnis der Flächen versinkt.

Zitat, Alexandra Gebhart 2009

... Eine gewisse gedankliche Vorarbeit im Sinne einer Ausgangssituation stehen am Anfang einer Bildfindung, die im weiteren Verlauf immer wieder verworfen und überarbeitet würde. Heraus kommen komplexe Gefüge, die mit ungewohnten Perspektiven und überraschenden Tiefenwirkungen agieren.Wege, die sich zu nebelig, grauen, aus sich heraus hell leuchtende Bahnen wandeln flankiert von hintereinander gestaffelten, die Flucht dieser Bahnen begrenzenden und kontrastierenden Farbflächen. Einen Makroorganismus habe sie erschafft, die man aus der Sicht des Schauenden mehr empfinden kann als erleben.Das Wort "empfinden" bringt diese selbst reflektierende Feinfühligkeit zum Ausdruck, die einen ehrlich und angreifbar macht-eher als das Wort "erleben", das Aktivität nach außen vemittelt.Deutliche Spuren hat die Natur in dem netzwerkartig angelegten Grün hinterlassen.Dessen graphische Strukturen führen den Blick weit in die Tiefe des Bildgrundes, über dem sich eine transparente helle Fläche spannt mit fröhlich tanzenden Linien-so als hätten sie sich gerade aus einem beengten, nach oben hin aufbrechenden Raum befreit ...

Auszug der Laudatio von Babette Cäsar, Kunsthistorikerin 9.April 2010

Meinen Bildern geht ein ungefiltertes Chaos voraus.Den freien Impulsen ausgeliefert durchdringt die Intuition meine Hand und tanzt unbekümmert über die Leinwand. Dabei entstehen irrationale, unbestimmte Formen und Farbinhalte.Das Ungewisse ausserhalb der Zeit ist ständiger Begleiter dieses Szenarios.Es fordert mich unweigerlich auf, die Leinwand in einem schöpferischen Prozess, schlussendlich aus dem Bestehenden, zu ordnen.

Zitat, Alexandra Gebhart 2011